Naturheiler, Zahnreißer und Viehdoktoren

Bäuerliche Heiltraditionen

von Bernd E. Mader
Hardcover
Auflage 1., Auflage
200 Seiten; 240 mm x 168 mm
2012 Steirische Verlagsgesellschaft
Auflage: 1., Auflage
ISBN 978-3-85489-167-3

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Heiler beiderlei Geschlechts, die aus dem Urin ihre Diagnose stellten, Brucheinrichter, sogenannte Boahaler , die gebrochene Knochen wieder einzurichten versuchten, Zahnreißer, die ohne viel Federlesen einem Schmerzgeplagten einen Zahn entfernten und natürlich auch bäuerliche Viehdoktoren, die bei Geburten oder bei Krankheiten des Viehs gerufen wurden sie wirkten in großer Zahl in der Weststeiermark. Auffallend ist, dass das Wissen gerne innerhalb der Familien weitergegeben wurde, sodass man beinahe von Heilerdynastien sprechen kann. Warum suchte man eigentlich alle diese Afterärzte , wie sie verächtlich von den Vertretern der Schulmedizin genannt wurden, auf? Der Beginn dieser Untersuchung setzt ungefähr im Jahr 1850 an. Da gab es in der Weststeiermark keine Spitäler. Das Krankenhaus Deutschlandsberg wurde z. B. erst 1984 (!) errichtet. Einzig in Voitsberg gab es 1860 so etwas wie eine hospitale Einrichtung: ein Knappenspital mit sechs Betten. Das heutige Krankenhaus in Voitsberg wurde 1900 eröffnet. Für die bäuerliche Bevölkerung gab es damals keine Krankenversicherung, kaum einer hätte sich auch einen Krankenhausaufenthalt oder gar eine Operation leisten können. Auch das Netz der ärztlichen Ordinationen am Land war recht weitmaschig und ein Hausbesuch zudem witterungsabhängig. Das sind aber nur einige der Gründe, warum bäuerliche Heiler einen so großen Zulauf hatten.

Bernd E. Mader, geboren 1941 in Wien, 1951 nach Graz gezogen. 1960 Matura, anschließend Militärdienst; Studium der Pharmazie 1968 beendet. 17 Jahre in öffentlichen Apotheken tätig und dann Anstaltsapotheker im LKA Graz bis zur Pensionierung.§In der Freizeit Volkskundestudium (Nebenfach: Völkerkunde);noch unter Hanns Koren begonnen. Dissertation bei Oskar Moser über die Gewinnung von Flachs im Gerichtsbezirk Stainz. Berufsbedingtes Interesse an der Volksmedizin der Weststeiermark, deren bekanntester Vertreter der Höllerhansl war. Zwei Fachbücher zu diesem Thema und weitere 55 Arbeiten zu pharmaziehistoreischen und volksmedizinischen Themen.