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06. Februar 2019
von Sikal
„Denkt also daran, zu den Sternen zu schauen und nicht auf eure Füße. Versucht zu verstehen was ihr seht, …“ [Seite 235]

Wer sich mit Stephen Hawking beschäftigt hat, kennt diese Worte – gleich nach seinem Tod im Internet verbreitet, wurden sie bekannt als seine letzte Botschaft an die Menschheit.

Diese letzte Botschaft hat er auch in seinem letzten Buch an seine Anhänger gerichtet. Aber dieses Buch ist mehr als nur eine Botschaft an seine Fans oder eine wissenschaftliche Abhandlung – das letzte Werk Stephen Hawkins ist eine Hommage an die Naturwissenschaften.

Jeder Mensch, der sich für Naturwissenschaften interessiert hat dieses Interesse von einem Lehrer mitgegeben bekommen aber in einer Zeit überspannter Budgets und Staatskrisen ist eine gute (Grund)Bildung eher eine aussterbende Spezies – wie die Dinosaurier vor Jahrmillionen.

Wenn aber das Interesse an den Naturwissenschaften mit den letzten Lehrern die es verstehen hierfür eine Begeisterung zu wecken ausstirbt, so ist der Mensch auf der Erde ein Gefangener seiner selbst und seiner Spezies. Über kurz oder lang wird die Erde nicht mehr bewohnbar sein – ökonomische und ökologische Katastrophen werden den Menschen kein weiteres Überleben auf der Erde ermöglichen. Hier setzt Stephen Hawking fast alle seiner Antworten auf die Großen Fragen an.

Der Mensch muss sich der Naturwissenschaft stellen um zu überleben, sei es auf unserem Heimatplaneten, auf dessen Trabanten dem Mond oder auch einem – vielleicht bis dato noch unbekannten – Exoplaneten.

Wie bereits in seinen anderen Büchern, gelingt es Stephen Hawking auch hier, dem Leser eine Grundidee über die großen Geheimnisse der Naturwissenschaft zu vermitteln. Spricht er in einer der Antworten davon, dass es selbst für (ihn als) Wissenschaftler nicht leicht ist die Ideen einer Raumzeit, oder das Nichts vor dem Urknall zu verstehen, stellt er sich dabei auf eine Stufe mit seinen Lesern.

Vielleicht gelingt es dem Autor gerade durch diesen Kunstgriff, seine Arbeit auch für Laien ansatzweise verständlich zu umschreiben und dem Leser einen Einblick in die Welt der Astronomie oder der auch der Teilchenphysik zu gewähren.

Mit den gestellten zehn Fragen sind sicherlich nicht die wichtigsten Fragen der menschlichen Spezies gestellt, wohl aber die wichtigsten der Naturwissenschaften. So etwa werden sowohl Gott als auch intelligentes außerirdisches Leben hinterfragt, wie sieht es in einem schwarzen Loch aus oder sind Zeitreisen möglich.

Zu jeder Frage finden sich im Buch Erklärungsansätze und bisher gewonnene Erkenntnisse. Nach diesen Seiten dann die Frage - kurz und prägnant beantwortet.

Wenngleich dieses Buch sich mit den großen Fragen der Naturwissenschaft auseinandersetzt, ist es aber in erster Linie eines – ein Buch, das die Frage des Überlebens der Menschheit und deren Zukunft aufwirft. Die Zukunft, so der Autor, lässt sich aber nicht nur durch eine Flut an Information und Wissen gestalten, sondern nur durch intelligenten und kreativen Umgang mit diesen neuen Bodenschätzen.

„Nachdem wir das Feuer erfunden hatten, haben wir uns ein paarmal dumm angestellt. Und dann den Feuerlöscher erfunden. Bei mächtigeren Technologien wie Nuklearwaffen, […] hoch entwickelter Künstlichen Intelligenz […] sollten wir uns große Mühe geben alles beim ersten Mal richtig zu machen.“ [Seite 221].

Ein Buch, nicht für Wissenschaftler geschrieben – ein Buch, für Menschen geschrieben, denen die Zukunft der eigenen Spezies und aller Lebewesen der Erde am Herzen liegt.